Auf den ersten Blick sind die Rollen im Honda Center klar verteilt: Mit Sidney Crosby und Evgeni Malkin verfügen die Pittsburgh Penguins über enorme Erfahrung und individuelle Qualität. Die jungen Anaheim Ducks befinden sich dagegen im Umbruch und suchen in der Pacific Division nach Stabilität. Die Rahmenbedingungen verändern die Ausgangslage jedoch spürbar. Pittsburgh muss neben den Belastungen eines Westküsten-Trips auch personelle Ausfälle und mentale Belastungen innerhalb des Kaders bewältigen. Wer diesen Aspekt in der Spielanalyse außer Acht lässt, übersieht einen entscheidenden Einflussfaktor auf den tatsächlichen Verlauf der Partie.
Taktisch dürfte sich viel über die Special Teams und die neutralen Zonen entscheiden. In Überzahl besitzt Pittsburgh spielerische Vorteile, während die Penguins bei fünf gegen fünf gegen laufstarke Gegner zunehmend Probleme haben, defensive Umschaltsituationen abzusichern. Genau dort kann Anaheim ansetzen. Bringen die Ducks über die Außenbahnen Tempo ins Spiel und setzen Pittsburgh früh unter Druck, geraten die Gäste defensiv in Bedrängnis. Auf der anderen Seite bestraft eine hochklassige Offensive unnötige Strafzeiten konsequent – bereits ein undiszipliniertes Drittel kann genügen, um die Kontrolle über die Partie zu verlieren.
Für die Bewertung der Wettquoten ergibt sich damit eine klare Ausgangslage: Aufgrund seiner individuellen Klasse startet Pittsburgh als Favorit, muss auswärts aber mit erheblichen Unwägbarkeiten umgehen. Anaheim verfügt über den Frischevorteil für schnelle Nadelstiche, benötigt dafür jedoch über die gesamten 60 Minuten defensive Disziplin.