Die Äußerung fiel im Rahmen einer Unterhaltung in der Reality-Show „Promi Big Brother“, als die Teilnehmer über alternative Beziehungsmodelle und das Privatleben des Schauspielers Gedeon Burkhard debattierten. Auf die Frage nach unkonventionellen Partnerschaften reagierte der frühere Defensivakteur Christian Lell unvermittelt mit einem persönlichen Einblick in seine eigene Vergangenheit. Er erklärte im Gesprächsverlauf wörtlich, dass er in seinem Leben ebenfalls schon Erfahrungen mit Männern gesammelt habe. Die Bemerkung kam ohne vorherige Ankündigung und markiert das erste Mal, dass sich der Ex-Profi öffentlich zu diesem Aspekt seines Privatlebens geäußert hat.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs ordnete Lell seine Aussage genauer ein, um Missverständnissen über seine Gefühlswelt vorzubeugen. Er betonte ausdrücklich, dass diese Erlebnisse ohne romantische Gefühle oder dauerhafte Partnerschaften geblieben seien. Es habe sich nie um ein Verlieben gehandelt, zudem seien solche Begegnungen keine regelmäßige Angelegenheit gewesen. Für ihn stehe vielmehr die persönliche Freiheit im Vordergrund, emotionale und gedankliche Freiräume zuzulassen, ohne sich von gesellschaftlichen Konventionen einschränken zu lassen. Den bewussten und offenen Umgang mit solchen Impulsen bewertete er im TV-Format ausdrücklich positiv.

Im Kontext des Spitzenfußballs besitzen solche offenen Worte nach wie vor Seltenheitswert. Während im internationalen Frauensport und in anderen Disziplinen ein weitgehend unverkrampfter Umgang mit diversen Lebensrealitäten etabliert ist, bleibt das Thema im Männer-Profibereich der europäischen Top-Wettbewerbe wie der Bundesliga weitgehend tabubehaftet. Öffentliche Bekenntnisse aktiver Spieler existieren so gut wie nicht. Statements von ehemaligen Akteuren – ähnlich wie das viel beachtete Coming-out von Thomas Hitzlsperger nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn – liefern wichtige Impulse für eine sachliche Debatte über Akzeptanz und Normalität in den Kabinen des Profisports.

Christian Lell blickt auf eine bewegte fußballerische Laufbahn zurück: Ausgebildet beim FC Bayern München, schaffte er dort den Sprung in den Profikader und absolvierte zudem zwischen 2004 und 2006 insgesamt 45 Pflichtspiele für den 1. FC Köln. Neben dem Platz stand der Abwehrspieler im Laufe seiner Karriere mehrfach im medialen Scheinwerferlicht, unter anderem durch Beziehungen zu prominenten Partnerinnen aus dem Umfeld des Profifußballs und der Unterhaltungsbranche. Die nun geteilten Erfahrungen waren bis zu diesem Auftritt nicht öffentlich bekannt; aktuell lebt der 45-Jährige nach offiziellen Informationen alleinstehend.