Die Enttäuschung über das verpasste Weiterkommen auf europäischer Bühne war den Gastgeberinnen zu Beginn der Partie deutlich anzumerken. Wolfsburg tat sich im Spielaufbau schwer und agierte in den Zweikämpfen ungewohnt zögerlich. Bereits in der 14. Spielminute nutzte Werder Bremen diese anfängliche Verunsicherung konsequent aus: Nach einem Stellungsfehler in der VfL-Defensive schaltete die belgische Nationalstürmerin Luna Vanzeir am schnellsten und schob zur frühen 1:0-Führung für die Gäste ein. In den darauffolgenden Minuten bemühte sich der Vizemeister zwar um Spielkontrolle, fand jedoch gegen die kompakte Bremer Defensive im letzten Angriffsdrittel kaum Lücken, sodass es mit dem knappen Rückstand in die Kabinen ging.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Elf von Trainer Tommy Stroot deutlich zielstrebiger. Der erhöhte Druck zahlte sich in der 57. Minute aus: Ausgerechnet Mara Alber, die in der Vorsaison noch auf Leihbasis das Trikot der Bremerinnen getragen hatte und im Elfmeterschießen gegen Mailand als einzige Schützin vergab, traf nach einer präzisen Hereingabe zum 1:1-Ausgleich. Die Erleichterung währte allerdings nur kurz. Bremen zeigte sich unbeeindruckt von der Wolfsburger Drangphase und schlug in der 64. Minute eiskalt zurück: Elena Dhont setzte sich auf dem Flügel durch und vollendete mit einem platzierten Abschluss zur erneuten 2:1-Führung für den SV Werder.
In der Schlussphase warfen die Wolfsburgerinnen alles nach vorne und setzten die Bremer Abwehrreihe unter Dauerdruck. Als die reguläre Spielzeit fast abgelaufen war, avancierte Abwehrspielerin Camilla Küver zur Matchwinnerin. In der 88. Minute reagierte Küver nach einem Standard im Strafraum am schnellsten und drückte das Leder zum 2:2 über die Linie. Angetrieben vom späten Ausgleich drängte Wolfsburg weiter und belohnte sich in der vierten Minute der Nachspielzeit (90.+4): Erneut stand Küver nach einer unübersichtlichen Situation goldrichtig und erzielte per Direktabnahme den umjubelten 3:2-Endstand.
Für Sportwetten-Fans bot das Nordderby reichlich Dynamik, die sich vor allem auf dem Markt für Live-Wetten widerspiegelte. Nach dem späten 1:2-Rückstand zogen die Wettquoten auf einen Wolfsburger Heimsieg im laufenden Spiel signifikant an. Durch den Last-Minute-Erfolg hält der VfL Wolfsburg Anschluss an die Tabellenspitze der Frauen-Bundesliga und verschafft sich nach den turbulenten Tagen dringend benötigte Ruhe vor den kommenden Aufgaben im Liga-Alltag.
