Alba Berlins holpriger Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten fünf Ligapartien war kein Zufall, sondern das Resultat einer akuten personellen Schieflage unter dem Korb. Seit sich Stammcenter Norris Agbakoko Ende September einen Innenknöchelbruch zuzog, fehlte dem Team von Cheftrainer Pedro Calles die physische Präsenz in der Zone. Über Wochen standen mit dem 2,04 Meter großen Brandon Angel und dem jungen Nevio Bennefeld lediglich zwei nominelle Big Men im Kader. Da Angel als gelernter Power Forward ständig als Fünfer aushelfen musste, gingen Albas offensive Automatismen und die gewohnte Raumaufteilung verloren. Zwar gelangen auf europäischer Ebene zwei Siege zum Auftakt, doch im nationalen Ligaalltag erwies sich die fehlende Balance als ständige Hypothek für die Berliner Verteidigung.

Hier soll nun Yankuba Sima ansetzen. Der 30-jährige Spanier, der seinen Vertrag beim EuroLeague-Teilnehmer Valencia vorzeitig auflöste, bringt mit seinen 2,11 Metern Körpergröße genau das Gardemaß mit, das Berlin im Halbfeld dringend benötigt. Für Kenner des europäischen Basketballs ist der zwölfmalige spanische Nationalspieler ein vertrautes Gesicht: Zwischen 2023 und 2025 war Sima eine feste Stütze beim Champions-League-Triumph von Unicaja Málaga. Trainer Calles hebt vor allem die Mobilität des Centers hervor, der trotz seiner Physis über ein hohes Tempo beim Umschalten verfügt. Damit passt Sima nahtlos in das geforderte Transition-Game der Berliner und erweitert gleichzeitig das defensive Repertoire gegen gegnerische Pick-and-Roll-Aktionen.

Taktisch löst die Personalie gleich zwei drängende Probleme auf einmal. Vor zwei Wochen offenbarten die Franken beim deutlichen 83:98 im direkten Ligaduell die massive Berliner Rebound-Schwäche und dominierten die Zone nach Belieben. Mit einem echten Anker unter dem eigenen Korb erhält Alba nicht nur mehr zweite Chancen im Angriff, sondern verschafft vor allem Brandon Angel wieder Freiräume. Der mit durchschnittlich 13,2 Punkten bislang auffälligste Berliner Scorer kann nun auf seine angestammte Position auf der Vier zurückkehren. Für Calles bedeutet diese Entlastung eine deutlich höhere Variabilität im Setplay, da Angel als mobiler Flügelspieler gegnerische Verteidigungen aus der Distanz attackieren kann, statt sich im physischen Grabenkampf aufzureiben.

Ein gewisses Restrisiko bleibt dennoch bestehen, und das liegt primär im Rhythmus des Neuzugangs. Bei Valencia kam Sima in der vergangenen Spielzeit im Schnitt lediglich auf neun Minuten Einsatzzeit, in der laufenden Runde stand er noch gar nicht auf dem Parkett. Dass ein Center ohne Spielpraxis sofort über 25 Minuten auf Topniveau abliefert, ist unwahrscheinlich; Alba wird ihm eine gewisse Anlaufzeit zugestehen müssen. Wer das anstehende Pokalduell für fundierte Sportwetten-Tipps analysiert, sollte daher genau abwägen: Simas physische Präsenz schließt eine eklatante Lücke, doch gegen Bambergs eingespielte Big-Men-Rotation wird Albas Erfolg davon abhängen, wie schnell die neue Achse im Ernstfall funktioniert.