Drei Treffer in einem einzigen Spiel im Giuseppe-Meazza-Stadion gelingen selbst etablierten Weltklassestürmern nur selten. Dass der 22-jährige deutsche U21-Nationalspieler Nicolò Tresoldi beim turbulenten 4:3-Auswärtssieg von Club Brügge gegen Inter Mailand die gegnerische Hintermannschaft im Alleingang zerlegte, markiert den vorläufigen Höhepunkt seiner rasanten Entwicklung. Mit nun neun Pflichtspieltreffern in elf Saisonpartien liefert der Angreifer jene Konstanz ab, die Scouts von europäischen Spitzenvereinen auf den Plan ruft. Aus taktischer Sicht besticht Tresoldi nicht allein durch seine Abschlussstärke in der Box, sondern durch sein geschicktes Freilaufverhalten zwischen den Schnittstellen einer kompakten Dreierkette.
Die Reaktionen ließen in der Lombardei folglich nicht lange auf sich warten. Wie die renommierte Gazzetta dello Sport berichtet, hat der AC Mailand den ehemaligen Hannoveraner ganz oben auf die Agenda gesetzt. Milan-Klubchef Gerry Cardinale soll von der Kaltschnäuzigkeit und der athletischen Reife des Mittelstürmers derart angetan sein, dass er die sportliche Führung angewiesen hat, die Situation bei Club Brügge lückenlos zu monitoren. Ziel sei es, bereits im anstehenden Wintertransferfenster eine verbindliche Offerte vorzulegen, um potenziellen Wettbietern im kommenden Sommer zuvorzukommen.
Finanziell bewegt sich die Personalie allerdings auf höchstem Niveau. Während Branchenportale wie Transfermarkt den Marktwert des Stürmers auf rund 35 Millionen Euro taxieren, liegt die tatsächliche Schmerzgrenze der Belgier deutlich höher. Brügge hatte bereits im August ein offizielles Angebot der AS Rom in Höhe von 35 Millionen Euro ohne langes Zögern abgelehnt. Nach dem jüngsten Dreierpack in der Königsklasse wird in Branchenkreisen erwartet, dass Verhandlungen kaum unter einem Sockelbetrag von 50 Millionen Euro plus Bonuszahlungen beginnen werden. Brügge besitzt dank eines langfristigen Vertrags die volle Verhandlungsmacht.
Ein gewichtiger Faktor im Transferpoker könnte jedoch die persönliche Präferenz des Angreifers sein. Vater Emanuele Tresoldi heizte die Gerüchte jüngst mit einer offenen Äußerung in der Gazzetta dello Sport weiter an: Sein Sohn sei seit frühester Kindheit glühender Anhänger der Rossoneri und träume davon, eines Tages im rot-schwarzen Trikot aufzulaufen. Auf die Nachfrage, wie der U21-Star reagieren würde, falls stattdessen die Nerazzurri von Inter nach der erlittenen Niederlage Ernst machen würden, antwortete der Vater vielsagend, er sei sich keineswegs sicher, ob sein Sohn ein solches Angebot annehmen würde.
Neben dem Vereinswechsel steht für Tresoldi mittelfristig eine weitere richtungsweisende Weichenstellung an: Aufgrund seiner familiären Wurzeln besitzt der Angreifer sowohl die deutsche als auch die italienische Staatsbürgerschaft. Während er aktuell für die deutsche U21-Auswahl aufläuft, beobachtet auch der italienische Verband FIGC die Leistungskurve genau. Eine frühzeitige Bindung durch eine A-Nationalmannschaftsnominierung könnte kurz bevorstehen. Für Milan wiederum ist Tresoldi nicht das einzige Transferziel: Auf der Scoutingliste stehen parallel auch Defensivspezialist Gonçalo Inácio von Sporting Lissabon sowie Offensivhoffnung Endrick von Real Madrid, womit der Klub für unterschiedliche Marktszenarien vorsorgt.
Für Sportwetten-Analysten und Marktbeobachter im Bereich der Fußballwetten eröffnet ein möglicher Winterwechsel spannende Implikationen. Verliert Club Brügge seinen treffsichersten Angreifer mitten in der Saison, dürfte dies die Offensivquoten der Belgier sowohl in der nationalen Liga als auch auf internationalem Parkett spürbar verändern. Gleichzeitig würde ein Transfer zu Milan den Konkurrenzkampf in der Serie A neu anfachen und den Mailändern zusätzliche Optionen gegen tiefstehende Abwehrreihen eröffnen.
