Nach dem ernüchternden Auftritt unter der Woche am Comer See stand RB Leipzig vor dem Bundesliga-Duell unter spürbarem Ergebnisdruck. Die Mannschaft benötigte rund fünfzehn Minuten, um die anfängliche Verunsicherung abzuschütteln. Sobald die Sachsen ihre Pressinglinien höher schoben, offenbarte der Hamburger SV erhebliche Probleme im Spielaufbau unter Gegnerdruck. Ezechiel Banzuzi setzte über den rechten Flügel entscheidend nach und bediente Tidiam Gomis, der in der 17. Minute zur Führung traf. Nur elf Minuten später bestrafte Antonio Nusa einen gravierenden Ballverlust von HSV-Verteidiger Shafiq Nandja im eigenen Sechzehner konsequent mit dem 2:0.
Die defensive Anfälligkeit des Aufsteigers spielte den Leipzigern in die Karten, doch der eigentliche Knackpunkt der ersten Hälfte lag auf personeller Ebene: Assan Ouedraogo verletzte sich nach einem Zweikampf erneut an der bereits vorbelasteten Schulter und musste noch vor dem Pausenpfiff ausgewechselt werden. Für Leipzig wiegt dieser Rückschlag schwer. Ouedraogo bringt als Achter die nötige vertikale Dynamik mit, die dem Spielaufbau gegen tief stehende Gegner die Tiefe verleiht. Sein Ausfall zwingt das Trainerteam zu taktischen Anpassungen im Mittelfeldzentrum, wo nun vermehrt Routiniers die Schnittstellen absichern müssen.
Dass Leipzig trotz einer vorübergehenden Schwächephase nach dem Seitenwechsel nicht in Bedrängnis geriet, lag an der fehlenden Durchschlagskraft der Gäste. Der HSV verbuchte zwar zwischen der 50. und 70. Minute mehr Ballbesitzanteile im Mittelfelddrittel, kam aber kaum zu zwingenden Abschlüssen im Strafraum. Die Leipziger Effizienz entschied die Partie schließlich endgültig: Ein präziser Freistoß von Nusa erreichte Abwehrchef Willi Orban am zweiten Pfosten zum 3:0 (72.). Gegen eine nun völlig aufgelöste Hamburger Defensive legte der für Ouedraogo eingewechselte Christopher Nkunku zwei Minuten später das 4:0 nach, ehe Romulo nach einem Konterlauf zum 5:0-Endstand vollendete.
Für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga sowie die nächsten internationalen Vergleiche liefert das Resultat nur bedingt Ruhe. Während die Offensive um Nusa und Nkunku ihre individuelle Klasse demonstrierte, hinterlässt die Schulterverletzung von Ouedraogo eine empfindliche Lücke in den Kaderoptionen. Wer auf die nächsten Auftritte der Leipziger im Rahmen fundierter Fußballwetten blickt, sollte die personelle Besetzung im Zentrum genau beobachten: Ohne Ouedraogos Tempoüberbrückung verschieben sich die Leipziger Angriffe spürbar auf die Außenbahnen, was vor allem das Erarbeiten von Großchancen gegen kompakte Defensivblöcke beeinflussen dürfte.
