Nach dem ernüchternden Auftakt gegen Como 1907 stand RB Leipzig im Heimspiel gegen die PSV Eindhoven massiv unter Zugzwang. Die Sachsen taten sich über weite Strecken schwer, klare Schnittstellen im gegnerischen Defensivverbund zu finden. Erst die Einwechslung und der entschlossene Abschluss von Brajan Gruda in der 75. Spielminute brachen den Bann. Für den 22-jährigen Offensivspieler markierte der 1:0-Siegtreffer zugleich sein Premierentor in der Königsklasse – und das unmittelbar nach einer verletzungsbedingten Pause wegen einer Bauchmuskelzerrung. Gruda bewies in dieser Phase genau die Kaltschnäuzigkeit, die Leipzig in den vergangenen Wochen im letzten Drittel oft gefehlt hatte.
Besondere Aufmerksamkeit erregte das Arbeitsgerät des Torschützen: Gruda lief in einem Paar der streng limitierten Adidas-Edition „50 Messi El Último Tango“ auf. Von diesem Modell existieren weltweit exakt 208 Exemplare – eine direkte Hommage an die 208 Länderspiele von Lionel Messi für Argentinien. Die Verbindung zum Weltmeister kommt nicht von ungefähr, schließlich wurde der Leipziger Angreifer bereits im Vorjahr von Messi persönlich in einen exklusiven Kreis von zehn globalen Nachwuchstalenten berufen, die dessen Schuhreihe repräsentieren dürfen. Gruda selbst erklärte nach dem Abpfiff mit einem Schmunzeln, er habe gehofft, auf dem Rasen etwas von der Spielstärke seines Vorbilds aufzunehmen.
Sportlich verschafft der Dreier den Leipzigern dringend benötigte Luft in der Gruppenphase, nachdem die Auftaktniederlage die Ausgangslage spürbar verkompliziert hatte. Der knappe Erfolg gegen einen diszipliniert verteidigenden Gegner stabilisiert nicht nur das Punktekonto, sondern dürfte auch für die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga und im Europapokal spürbares Selbstvertrauen liefern. Wenn junge Akteure wie Gruda in engen Spielverläufen Verantwortung übernehmen und Chancen effizient verwerten, erweitert das die taktischen Optionen im Kader erheblich. Für Leipzig geht es in den kommenden Wochen darum, diese Durchschlagskraft auch gegen defensiv noch tiefer stehende Teams konstant abzurufen.