Die Zusage des viermaligen Grand-Slam-Siegers Carlos Alcaraz verändert das Tableau der Erste Bank Open in Wien grundlegend. Während Alexander Zverev bei früheren Hallen-Events im Herbst oft als nomineller Top-Favorit aufschlug, verteilt sich der Druck nun auf zwei absolute Weltklassespieler. Für den Turnierverlauf bedeutet das vor allem: Frühe Runden gegen ungesetzte Akteure verlangen volle Konzentration, da Patzer im Fernduell um die Setzliste für die ATP Finals teuer werden können.

Hallen-Hartplätze weisen im Vergleich zur sommerlichen Freiluft-Saison ganz eigene Charakteristika auf. Der Rebound in Wien ist traditionell eher mittel-schnell, was Zverevs starkem ersten Aufschlag entgegenkommt, Alcaraz jedoch genügend Zeit für seine aggressiven Grundschläge von der Grundlinie lässt. Wer die aktuellen Entwicklungen im Tennis verfolgt, weiß, dass Alcaraz auf Indoor-Belägen historisch mehr Angriffsfläche bietet als auf Sand oder Rasen – seine Quote an leichten Fehlern liegt in der Halle messbar höher.

Für Zverev ist das Aufeinandertreffen in Österreich eine echte Standortbestimmung. Im direkten Duell der beiden Führungsspieler entscheidet meist die Quote des ersten Aufschlags: Trifft die deutsche Nummer eins über 70 Prozent seiner ersten Bälle, sinken die Breakchancen für Rückschläger drastisch. Gelingt es Alcaraz hingegen, lange Ballwechsel zu erzwingen, verschiebt sich die Sieg-Wahrscheinlichkeit klar zugunsten des Spaniers. Entsprechende Match-Konstellationen lassen sich detailliert in unseren Wettquoten und Statistiken nachvollziehen.

Die Besetzung in Wien sorgt jedenfalls dafür, dass kein Akteur auf dem Weg ins Halbfinale Kräfte schonen kann. Ob es zum direkten Finale zwischen den beiden Topstars kommt, hängt letztlich von der Frische nach den vorangegangenen Asien-Wochen ab.