Das Strafmaß markiert eine der härtesten Sanktionen im modernen Tennis: Stefan Milićević wird für nahezu ein Vierteljahrhundert komplett aus dem Sport verbannt. Die ITIA legt dem Serben, dessen Karriere-Bestwert bei Rang 1338 lag, insgesamt sechs nachweislich manipulierte Partien zwischen 2022 und 2024 zur Last. Bei fünf dieser Begegnungen stand er selbst aktiv auf dem Platz, während bei sechs weiteren Duellen der Manipulationsversuch dokumentiert wurde. Solche Eingriffe treffen vor allem die Märkte abseits der großen Scheinwerfer, wo die Informationsdichte geringer und die Hebelwirkung für Absprachen entsprechend hoch ist.
Ausschlaggebend für die drastische Strafe war jedoch die Rolle des Spielers als Organisator. Laut den Berichten der ITIA beließ es Milićević nicht bei eigenen Vergehen, sondern warb gezielt andere Profis auf den unteren Ebenen der ATP- und ITF-Touren an. Auf diesen Einstiegsebenen reichen die Preisgelder selten zur Deckung der Reisekosten, was Akteure anfällig für externe Einflussnahme macht. Das versuchte Etablieren eines organisierten Betrugssystems wog bei der Urteilsfindung ungleich schwerer als isolierte Verfehlungen einzelner Akteure.
Die Konsequenzen bedeuten das faktische Ende jeder sportlichen Laufbahn: Die Sperre läuft bis Oktober 2050 und untersagt Milićević jede offizielle Funktion im Tenniszirkus, vom Coaching bis zum reinen Betreten einer Anlage als Zuschauer, ergänzt durch eine empfindliche Geldstrafe. Verschärft wurde das Urteil durch das Verhalten während des Verfahrens. Die ITIA dokumentierte sieben erfolglose Versuche zur Kontaktaufnahme, die der Spieler allesamt ignorierte. Diese vollständige Verweigerung der Kooperation werteten die Ermittler als fehlende Einsicht in das begangene Unrecht.



