Das rote Jersey, das Michael Jordan im zweiten Spiel der Finalserie 1998 gegen die Utah Jazz trug, wurde über das traditionsreiche Auktionshaus Hunt versteigert. Den Zuschlag sicherte sich ein US-amerikanischer Immobilieninvestor. Der Verkauf markiert den höchsten je erzielten Betrag für ein Basketball-Sammlerstück und übertrifft eine erst kürzlich aufgestellte Marke eines weiteren Jordan-Jerseys um mehrere Hunderttausend Euro. Die anhaltende Faszination rund um Jordans letzte Meisterschaftssaison bei den Bulls – weltweit berühmt geworden durch die Dokumentation „The Last Dance“ – treibt die Nachfrage nach authentischen Erinnerungsstücken der Ära in nie dagewesene Höhen. Zum Vergleich: Ein Jersey aus dem ersten Duell derselben Finalserie hatte im Jahr 2022 noch rund 10,1 Millionen Euro eingebracht.
Trotz dieser beispiellosen Summe für den Hallensport bleibt der absolute Allzeit-Rekord im Sportbereich bei einer anderen US-Legende. Ein historisches Baseball-Trikot von Babe Ruth aus der World Series 1932 erzielte im Jahr 2024 eine Rekordsumme von rund 21,62 Millionen Euro. Die Zahlen verdeutlichen zwei Dinge: Einerseits verfügt der weltweite Markt für historische Sportraritäten über eine enorme Liquidität, andererseits nimmt Jordan im Segment des modernen US-Sports eine Ausnahmestellung ein, die selbst Ikonen wie LeBron James im Bereich der Sammlerwerte bislang unerreicht lässt.
Dass die Strahlkraft der Marke Jordan weit über getragene Spielkleidung hinausgeht, bewies wenige Tage zuvor auch die Versteigerung eines maßgefertigten Ferrari 550 Maranello aus seinem Privatbesitz. Der Sportwagen erzielte über die Auktionsplattform Joopiter rund 2,4 Millionen Euro und vervierfachte damit den bisherigen Höchstpreis für diesen Fahrzeugtyp. Neben einer Sonderlackierung zeichnet sich der Wagen durch einen speziell für Jordans Körpergröße von 1,98 Meter modifizierten Fahrersitz aus. Berühmtheit erlangte der Bolide vor allem durch ein ikonisches Foto nach dem Gewinn der fünften NBA-Meisterschaft 1997, auf dem Jordan mit Zigarre und der Meisterschaftstrophäe auf dem Beifahrersitz unter dem Kennzeichen „MJ 5“ die Arena verließ.
Für Sportanalysten und Fans gleichermaßen belegt der Auktionsrekord, dass Jordans sportliches Vermächtnis auch Jahrzehnte nach seinem finalen Wurf nichts an Relevanz eingebüßt hat. Während sich das Geschehen auf dem Parkett in den aktuellen Wettmärkten der NBA um neue Titelanwärter und veränderte Offensivsysteme dreht, bleibt der Standard für historische Dominanz fest mit den Neunzigerjahren verknüpft. Die Auktionsergebnisse sind kein reines Sammlerphänomen, sondern spiegeln die unverminderte Anziehungskraft wider, die Jordan als globale Sportmarke bis heute auf den gesamten Basketball ausübt.
